Lernen auf dem Kyberg-Campus

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"Bildungsmeile" nennen manche die Aneinanderreihung von Schulen und Bibliothek auf dem Oberhachinger Kyberg, die ein wenig an einen amerikanischen Campus erinnert. Seit fünf Jahren ist unter dem Dach der Mittelschule auch eine staatliche Wirtschaftsschule etabliert worden, die als Schulversuch begann, inzwischen offiziell anerkannt wurde und einen praxisnahen Mittleren Bildungsabschluss ermöglicht.

Sie ist beliebt, "die kleinste weiterführende Schule im Landkreis München" und auch die Zukunftsperspektiven der Wirtschaftsschüler sind sehr gut. "Vergangenes Jahr konnten alle unsere Absolventen unterkommen, als Auszubildende oder bei einer weiterführenden Schule. Ein ehemaliger Wirtschaftsschüler aus Oberhaching studiere sogar", schwärmt Schulleiterin Sanders.

Doch sollen auch die schwächeren Mittelschüler in Oberhaching nicht vernachlässigt werden. Für diejenigen, die weit entfernt davon sind, den für diesen Wechsel innerhalb des Schulhauses geforderten Notendurchschnitt von 2,66 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in ihrem Zeugnis für die Versetzung in die achte Klasse stehen zu haben, gibt es sogenannte Praxis-Klassen.

Gleichwohl bleiben immer noch einige Sorgenkinder, für die sich keine Praktikumsplätze finden, denen die Schule noch mehr auf die Sprünge helfen muss als den anderen. Einen Motivationsschub für diese Jugendlichen erhofft sich Sanders mit der im kommenden Schuljahr startenden Jobwerkstatt. Der Kreistag hat diese Woche für das zunächst zweijährige Pilotprojekt eine Förderung von knapp 500 000 Euro beschlossen.

Gedacht ist dieses Angebot sowohl für die Praxis-Klassen als auch für die beiden Übergangsklassen an der Oberhachinger Mittelschule. Vor allem Kinder von Flüchtlingsfamilien, die derzeit im südlichen Landkreis untergebracht sind, besuchen die beiden Übergangsklassen der Jahrgangsstufen fünf und sechs sowie sieben bis neun. Das Engagement des Kollegiums für diese Kinder sei großartig, lobt die Schulleiterin, denn teilweise müssten die Schüler erst einmal alphabetisiert werden.

Vor allem hofft Sanders durch viele Projekte und Events den Zusammenhalt an ihrer Schule mit all ihrer Vielfalt zu fördern. "Gegenseitiger Respekt ist oberstes Gebot", sagt sie, und den will sie auch mit besonderen Angeboten fördern. Es gibt inzwischen eine Bandklasse, die bei Veranstaltungen auftritt, ein gemeinsames Trommelprojekt, einen Schulgarten und Schulhund "Spike". Denn Sanders ist überzeugt: "Schule muss auch Spaß machen." (Quelle: Süddeutsche.de)