Die Musikgruppe der Klasse 8a auf Unterrichtsgang in der Innenstadt

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Am Dienstag, den 18.12.18 trafen sich die Schüler der Musikgruppe der Klasse 8a mit ihrer Lehrerin Frau Sanders am Marienplatz um einen Unterrichtsgang zum Thema Kirchenmusik und Gruften in München zu unternehmen. Entstanden ist die Idee im Musikunterricht, in dem wir das Thema "Georg Friedrich Händel" behandelten. Da dieser sowohl Oratorien komponierte als auch in der Gruft der Westminster Abtei in London beigesetzt wurde und wir selbst noch in keiner Gruft waren, machten wir uns gemeinsam auf, um zu entdecken, was es dazu in München zu sehen gibt. Da es allerdings auf dieser Tour auch Einiges über die Stadt München bzw. deren Bräuche und Geschichte zu erfahren gibt, erklärte und zeigte uns Frau Sanders auch noch zusätzliche Plätze. Bevor wir die erste Gruft besuchten, machten wir von unserem Treffpunkt am Marienplatz aus noch einen kleinen Abstecher Richtung Residenz. Vor deren Eingang stehen vier bronzene Löwen, die mit ihren Tatzen jeweils eine Tafel halten. Am unteren Ende der patinierten Tafel befindet sich je eine glänzend gescheuerte Fratze. Im Vorbeigehen über die Mäuler zu streichen, bringt der Tradition nach den ganzen Tag lang Glück. Angeblich geht dieser Brauch auf eine Legende zurück, die mit der Liebesbeziehung Ludwig I. mit der Tänzerin Lola Montez zu tun hat. Nachdem wir unserem Glück also auf die Sprünge geholfen haben, ging es weiter zur Feldherrnhalle am Odeonsplatz, die dem bayerischen Heer gewidmet wurde und zur Zeit Adolf Hitlers eher traurige Berühmtheit erlang. Um die Huldigung an der bis 1945 dort angebrachten Gedenktafel für die damals so genannten „Blutzeugen der Bewegung“ des Hitler-Ludendorff-Putsches 1923 zu vermeiden, gingen viele Passanten von der Residenzstraße über die Viscardigasse hinter der Feldherrnhalle in die Theatinerstraße und gelangten so ohne Hitlergruß zum Odeonsplatz. Die Münchner nennen daher die Viscardigasse teilweise bis heute „Drückebergergassl“ und auch dieses Gassl schauten wir uns beim Aufbruch Richtung Rathaus an. Bevor wir zu unserer nächsten Station, der Münchner Frauenkirche gelangten, zeigte Frau Sanders uns noch, wo das Münchner Kindl im Rathaus jeden Abend zu Bett gebracht wird. Auf dem Weg zur Frauenkirche pfiff uns der Wind, der der Sage nach der Teufel höchstpersönlich ist, um die Ohren. In der Kirche besichtigten wir u.a. das Gedächtnismonument, das Kenotaph, des Kaisers Ludwig des Bayern, den Altarraum, die Automatenuhr und natürlich den berühmten Teufelstritt, bevor wir in die Krypta, den Begräbnisort zahlreicher Wittelsbacher, von Kaiser Ludwig dem Bayern bis zum letzten bayerischen König Ludwig III., zahlreicher Stiftskanoniker sowie der Erzbischöfe von München und Freising hinunter gingen. Den Abschluss unserer Dombesichtigung bildete der Anblick der Türme der Frauenkirche, die unterschiedlich hoch sind. Über die Löwengrube, das Polizeipräsidium in der Ettstraße, das als eines der letzten Gebäude in München noch einen Pater-Noster-Aufzug hat, und das Jagd- und Fischereimuseum gelangten wir zur Jesuitenkirche St. Michael, der ersten Renaissancekirche nördlich der Alpen, die sich direkt in der Fußgängerzone befindet. Auch in dieser Kirche besichtigten wir den Kirchenraum samt seiner bedeutenden Kunstwerke und stiegen hinab in die Fürstengruft der Wittelsbacher, in der u.a. König Ludwig II, der sogenannte Märchenkönig, seine letzte Ruhe gefunden hat. Wieder im Hauptschiff angekommen, bestaunten wir die riesige Orgel und freuten uns, dass diese während unseres Aufenthaltes in der Kirche bespielt wurde. Wir blieben noch einige Zeit sitzen und lauschten den, für manche von uns, ungewöhnlichen Tönen und genossen die kleine Auszeit. Einig waren wir uns alle darüber, dass es live doch ganz anders klingt, als von einer CD im Musikunterricht. Nach diesem Klangerlebnis ließen wir den Tag bei einem gemeinsamen Döneressen ausklingen und beendeten im Anschluss daran unseren Unterrichtsgang mit der Erkenntnis, dass in der Innenstadt zwar keine Musiker in Gruften begraben liegen, es aber großen Spaß gemacht hat und so etwas unbedingt wiederholt werden muss.